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Eisenmangel

Eisen – weder zu wenig, noch zu viel

Viele Jahre lang hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass Spinat DIE Eisenquelle schlechthin sei. So deutete zum Beispiel bei Popeye, dem hühnenhaften Kraftprotz mit dem beinahe schon krankhaften Spinatkonsum, wirklich nicht viel auf einen Eisenmangel hin.

Seit aber bekannt ist, dass sich bei der Analyse des Eisengehalts im Spinat ein Kommafehler eingeschlichen hat und Spinat statt der vermuteten 35 mg „nur“ 3,5 mg Eisen pro 100 g enthält, sind pflanzliche Lebensmittel als Eisenquelle aus dem Fokus gerückt: Viele Experten und Fachbücher nennen heute ausschließlich Fleisch und Fleischprodukte als Eisenlieferanten – und vernachlässigen pflanzliche Lebensmittel vollständig.

Richtig ist, dass unser Körper das in tierischen Lebensmitteln enthaltene sogenannte Häm-Eisen wesentlich besser verwerten kann als das Nicht-Häm-Eisen, das in pflanzlichen Lebensmitteln zu finden ist.

Dieser Nachteil wird aber durch den absolut betrachtet höheren Eisengehalt vieler pflanzlicher Lebensmittel zum Teil wieder wettgemacht. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass Eisen vor allem in Fleisch enthalten ist, gibt es unter den pflanzlichen Lebensmitteln nämlich eine Vielzahl hervorragender Eisenquellen.

Eisen erfüllt eine ganze Reihe verschiedener Funktionen im Körper. Die wichtigste ist sicherlich die Bindung von Sauerstoff an das in den roten Blutkörperchen enthaltene Hämoglobin.

Ein Eisenmangel führt daher zu einer Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff – typische Symptome dieser sogenannten Eisenmangelanämie sind eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, gereizte Schleimhäute und brüchige bzw. zerfurchte Nägel.

Andererseits gilt heute auch ein Zuviel an Eisen im Körper als problematisch und es wird daher immer häufiger empfohlen, einen Eisenwert im unteren Normbereich anzustreben.

Die häufigsten Ursachen des Eisenmangels sind Mangelernährungen und Blutungen und Bakterien.

Durch eine eisenreiche Ernährung kann einer Unterversorgung vorgebeugt werden. Sofern eine ausreichende Versorgung allein aus der Nahrung sichergestellt werden kann, ist eine Einnahme von Eisenpräparaten nicht anzuraten, denn diese können leicht überdosiert werden.
Immer wieder kommt es auch zu schweren Vergiftungen, wenn kleine Kinder an solche Präparate gelangen und sie in großen Mengen zu sich nehmen.
Ab ca. 500−1000 mg verzehrtem Eisen kann ein Kleinkind schwerwiegend vergiftet werden, 2000 bis 3000 mg können tödlich sein. Diesen Gehalt weisen bereits 20−30 hochdosierte (100 mg/Dosis) Kapseln oder Tabletten auf. Derartige Dosen lassen sich nicht durch die normale Nahrung erreichen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Eisenzufuhr je nach Alter und Geschlecht von 10 bis 12 mg/Tag. Für die Stillzeit werden 20 mg, während der Schwangerschaft 30 mg/Tag empfohlen. Bei Eisenmangel nimmt die Eisenaufnahme im Darm zu, bei hoher Eisenaufnahme sinkt sie ab. Bei zu hoher Eisenaufnahme kann diese körpereigene Regulierung allerdings nicht vor Eisenüberladung und/oder Vergiftung schützen.

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